Auf der Basis meiner jahrzehntelangen Erfahrungen im Aktzeichnen und –malen bilden immer Zeichnungen die Grundlage meiner künstlerischen Arbeiten, sowohl als Einzelobjekte wie auch als Teil eines Gesamtbildes. Hinter einer Zeichnung auf Papier steht für mich ein direktes und unmittelbares Vorgehen. Was das Auge im Moment des Betrachtens sieht, wird direkt – auch schonungslos – in eine Linie oder Fläche übersetzt. Durch die Wahl von Kreide und Tusche als Malmittel und dem damit verbundenen Verzicht auf Korrekturmöglichkeiten lebt diese Unmittelbarkeit. In wenigen Minuten kann dabei eine Aktzeichnung entstehen. Das Verschmelzen einer verfremdeten Fotografie mit einer darüber gelegten Zeichnung wird in meinen extremen Hochformaten sichtbar. Ausgehend vom Thema der Fotografie wird die Zeichnung angelegt und dann auf das Wesentliche reduziert. Dort wo Zeichnungen den Raum des Spontanen verlassen, dienen sie als Grundlage einer Komposition. Auch hier wird die einzelne, ursprüngliche Zeichnung reduziert und in ein Gesamtbild farblich eingepasst.